18512 - Robustes Glas (ROGLAS)

Langtitel: Robustheit und Schadenstoleranz von primär tragenden Bauteilen aus Glas in Hinblick auf bauaufsichtliche Anforderungen (ROGLAS)

Forschungstelle: RWTH Aachen

Forschungsstellenleiter: Prof. Dr.-Ing. Feldmann

Laufzeit: 01.12.2014 - 31.05.2018 (verlängert)

Der Einsatz von primär tragenden Bauteilen aus Glas (Glasstützen, Glasträger, etc.) ist derzeit nur über Zustimmungen im Einzelfall möglich. Obwohl deutliche Fortschritte in Hinblick auf die Berechnung und Bemessung von insbesondere stabilitätsgefährdeten Bauteilen erzielt wurden, ist die Überführung der Bemessungsvorschläge in deutsche oder europäische Normen behindert, weil Regeln für die Ausbildung von "robusten" bzw. "schadenstoleranten" Querschnitten und Bauteilen in primär tragenden Einsätzen fehlen.
Mit dem üblichen Konstruktionsprinzip eines VSG-Aufbaus, ist eine Schadenstoleranz bei primär tragenden Bauteilen aus Glas nicht ohne weiteres garantiert. Grund dafür ist zum einen die bei Bruch einer (Schutz-) Glasschicht stattfindende plötzliche dynamische Lastumlagerung auf den Restquerschnitt. Denn der plötzliche, wenn auch nur teilweise erfolgende Steifigkeits- und Festigkeitsverlust ist einer dynamischen Stoßreaktion gleichwertig. In den bisherigen Regelungen wird diese Stoßreaktion jedoch nicht berücksichtigt.
Der vorliegende Forschungsantrag dient dazu, Regeln für "robuste" und "schadenstolerante" quer- und längsbelastete primär tragende Bauteile aus Glas zu schaffen, die direkt in die Normungsarbeit der deutschen DIN 18008: Tragende Bauteile aus Glas, Teil 7 Sonderkonstruktionen sowie in die europäische Normen (CEN/TC/WG 3) einfließen können. Die Norm wiederum stellt für einen breiten Anwenderkreis, der sich insbesondere aus KMUs zusammensetzt, die Möglichkeit dar, stabilitätsgefährdete Glasbauteile einfach und sicher zu bemessen ohne zusätzliche kostenintensive Bauteilversuche und führt zur Verbreitung von tragenden Glas-Konstruktionen im konstruktiven Ingenieurbau.