19178 - Erweiterung Kerbfallkatalog EC3

Langtitel: Neubewertung und Erweiterung des Kerbfallkatalogs nach Eurocode 3 für eine zukunftsfähige Auslegung hochbeanspruchter Stahlkonstruktionen

Forschungsstellen: RWTH Aachen, KIT Karlsruhe, Universität Stuttgart

Forschungsstellenleiter: Prof. Dr.-Ing Markus Feldmann, Prof. Dr.-Ing. Thomas Ummenhofer, Prof. Dr.-Ing. Ulrike Kuhlmann

Laufzeit: 01.09.2016 - 28.02.2019

Die europäische Harmonisierung der ermüdungsrelevanten Normen im bauaufsichtlichen Bereich sowie im Kranbau hat im Vergleich zu den früheren nationalen Normen zu einer z.T. ungünstigeren Klassifizierung von Kerbdetails geschweißter Verbindungen geführt. Dieser Umstand kann bei Details des Kran-, Kranbahn-, Brücken und Hochbaus zu einer unwirtschaftlicheren Bemessung und damit zu einer reduzierten Ressourceneffizienz führen.
Um den durch den aktuellen Kerbfallkatalog entstandenen Wettbewerbsnachteil des Werkstoffs Stahl wieder auszuräumen, soll in einem ersten Schritt eine statistisch abgesicherte, einheitliche Auswertungsmethode von bestehenden Ermüdungsversuchsdaten erarbeitet werden. Darunter fällt auch die Entwicklung einer Methodik, um nicht ordnungsgemäß dokumentierte Versuche zu identifizieren und die Datenbasis um diese nicht konformen Daten zu bereinigen. Dieses Vorgehen führt zu einer verlässlichen Datenbasis und zur Neubewertung bestehender Versuchsreihen mit voraussichtlich geringeren Streubändern und folglich genauerer Abbildung der wichtigsten Kerbdetails. Den beteiligten Forschungsstellen steht eine umfangreiche Datenbasis zur Verfügung, um die Basiskerbfälle nach den Tabellen 8.2 bis 8.5 von EN 1993-1-9 in diesem Forschungsantrag in den Fokus der Neubewertung zu stellen. Nach der Durchführung der Datenanalyse sollen Versuchsdurchführungs- und Auswertungsempfehlungen für zukünftige Versuche erarbeitet werden. Ein weiteres Ziel besteht in der dringend notwendigen Erweiterung des Kerbfallkatalogs um bisher nicht erfasste, jedoch bereits untersuche Kerbdetails oder unzureichend erfasste Kerbdetails auf Basis eigens durchgeführter Versuche. Die Umsetzung dieser Ziele soll zu einer wirtschaftlicheren und ressourcenschonenderen Ausführung von ermüdungsbeanspruchten Verbindungen im Stahlbau führen und den durch die aktuellen Kerbfalltabellen z.T. geschmälerten Wettbewerbsvorteil von Stahl gegenüber anderen Werkstoffen wiederherstellen.